BARC Planning Survey 18: Flexibilität, Planungs- und BI-Funktionalität sind die wichtigsten Kaufkriterien

Posted on Montag, 14 Mai 2018.

BARC Planning Survey 18: Flexibilität, Planungs- und BI-Funktionalität sind die wichtigsten Kaufkriterien

Planungs- und CPM-Software – Predictive Planning & Forecasting ist aktuell der heißeste Trend. Der neue BARC Planning Survey 18 zeigt, dass die Flexibilität von Planungs- und Corporate Performance Management (CPM-)Lösungen, deren benutzerfreundlicher Funktionsumfang für verschiedenste Planungsansätze und -themen als auch ergänzende Funktionen für Berichtswesen, Analyse und Dashboarding aktuell die wesentlichen Gründe sind, warum sich Unternehmen für bestimmte Softwareprodukte entscheiden.

Darüber hinaus ist Predictive Planning & Forecasting, also der Einsatz von prädiktiven (voraussagenden, prognostischen) Techniken und Modellen im Rahmen der Planung und des Forecastings (bspw. Hochrechnungen, statistische Prognosen, Machine Learning, künstliche Intelligenz), aktuell der heißeste Trend am Markt. 50 Prozent der befragten Unternehmen bestätigen, dass Predictive Planning & Forecasting mittel- bis langfristig ein wesentlicher Anwendungsfall für ihre eingesetzte Planungs- und CPM-Lösung sein wird. Der BARC Planning Survey ist die weltweit größte Studie zum Einsatz und zur Nutzung von Planungswerkzeugen. In der im Mai 2018 erschienen vierten Ausgabe wurden weltweit ca. 1.500 Planer, Berater und Anbieter aus 55 Ländern befragt.

Flexibilität, Planungs- und BI-Funktionalität sind wesentliche Kaufentscheidungskriterien

Unternehmen entscheiden sich aus unterschiedlichsten Gründen für den Kauf bestimmter Softwareprodukte. Während manche Organisationen sehr stark auf den Preis achten, stehen für andere funktionale Aspekte und Know-how-Verfügbarkeit als auch die Performance der Lösung zentral im Mittelpunkt der Kaufentscheidung (siehe Abbildung 1).

Flexibilität der Software ist für viele Unternehmen das wesentliche Kriterium, um sich am Ende für einen bestimmten Anbieter zu entscheiden. Flexibilität zielt dabei auf der einen Seite klar auf die Unterstützung verschiedenster Planungsanforderungen im Sinne eines integrierten Unternehmensplanungsansatzes ab. Hierzu zählen Möglichkeiten zur Abbildung und Integration unterschiedlicher Planungsthemen (Vertrieb, Produktion, Ressourcen etc.) bis hin zur Finanzplanung (Ergebnisplanung, Liquidität, Investitionen, Kosten etc.) auf operativer und strategischer Ebene, genauso wie die Unterstützung unterschiedlicher Planungsansätze (Top Down, Bottom Up, Gegenstrom). Auf der anderen Seite bietet Flexibilität für Unternehmen auch einen gewissen Investitionsschutz, um offen für mögliche zukünftige Anforderungen zu sein. Dies gilt bspw. für die Anbindung weiterer Datenquellen, aber auch die flexible Datenmodellierung und Adressierung neuer Planungsthemen.

Neben der Flexibilität ist der Umfang an planungsunterstützenden Funktionen das zweitwichtigste Kriterium für die Kaufentscheidung. Während bspw. bei Top-Down-Planungen regelmäßig Funktionen für Parameter- und Struktur-Simulationen mit Szenarienbildung, Analysen oder Datenverteilungen („Splashing“) im Vordergrund stehen, sind für Bottom-Up-Planungen Funktionen zur (komfortablen) Erfassung von Plandaten über verschiedenste Clients (Web, Excel etc.) inklusive Validierung der Dateneingaben sowie Workflow-Mechanismen zur Prozesssteuerung der Plan-Datenerfassung hilfreich. Unternehmen sollten deshalb gezielt darauf achten, wie der eigene Planungsansatz ideal mit Softwarefunktionalität unterstützt werden kann.

Da die Integration von Planung mit Berichtswesen, Analyse und Dashboarding für viele Unternehmen im Rahmen der eigenen digitalen Transformation immer wichtiger wird, gilt dies gleichermaßen für unterstützende Funktionalität im Bereich Business Intelligence. Viele Unternehmen suchen heute keine reinen Planungslösungen mehr, sondern sind aufgrund hoher Volatilität, zunehmender Unvorhersehbarkeit und Geschwindigkeit des eigenen Geschäfts gezwungen, Entscheidungsträger schneller und transparenter mit Informationen zu versorgen, Daten für die Entscheidungsfindung zu berücksichtigen und CPM-Prozesse zu integrieren. Dieser übergreifende CPM-Ansatz definiert neue Herausforderungen an die eingesetzten Softwarelösungen. Gefragt ist zunehmend eine breite, integrierte und flexible CPM-Unterstützung (Plattform), anstatt problemspezifischer Einzellösungen.

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Abbildung 1: Top 10 Kaufgründe für Planungs- und CPM-Software (Quelle: BARC „The Planning Survey 18“, n=808)

Trendthema Predictive Planning & Forecasting

Künstliche Intelligenz (KI) und der Einsatz von prädiktiven Techniken und Modellen sind in fast allen Bereichen des IT-Marktes wichtige aktuelle Trends. Viele Unternehmen, insbesondere diejenigen, die im Bereich Planung schon einen gewissen Reifegrad erreicht haben, planen deshalb, prädiktive Funktionen und Technologien zukünftig auch im Bereich Planung und Forecasting einzusetzen. Für mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen (71 Prozent) hat Predictive Planning & Forecasting eine hohe bis sehr hohe Relevanz. Die drei wesentlichen Nutzenaspekte, die Unternehmen mit Predictive Planning & Forecasting erzielen wollen, sind dabei eine bessere Qualität von Hochrechnungen und Simulationen, eine Entlastung der Planer von zeitraubenden Routineaufgaben (Automatisierung) sowie eine einfachere Identifikation und Validierung von Treiberabhängigkeiten (Ursache-Wirkung). Insbesondere die Qualität der Planungsergebnisse und der hohe Aufwand sind in vielen Unternehmen immer noch große Kritikpunkte an heutigen Planungsprozessen. Ziel des Einsatzes von Predictive Planning & Forecasting ist dabei nicht die Ablöse der menschlichen Planer, sondern deren optimale Unterstützung und Entlastung, bspw. über Vorschlagswerte im Rahmen der Planung. Auf diese Weise bleiben Planer in Planungsprozesse eingebunden, werden aber von Routinetätigkeiten entlastet und können sich auf wertschöpfende Tätigkeiten fokussieren.

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Fazit

Der neue Planning Survey 18 von BARC unterstreicht empirisch, dass der Markt für Planungs- und CPM-Software im Wandel ist. Unternehmen haben, auch aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und einer dadurch erzwungenen datengetriebenen Unternehmenssteuerung und -führung, eine deutliche gestiegene und umfangreichere Erwartungshaltung an unterstützende Softwarelösungen. Neben der zunehmenden Flexibilität sowie Integration und funktionalen Breite der Unterstützung von Planung und Business Intelligence stehen Trends wie Predictive Planning & Forecasting auf der Agenda vieler Unternehmen. Die hohen erwarteten Nutzenpotenziale werden auch hier die Erwartungshaltung an softwaretechnische Unterstützung zukünftig noch mal deutlich ansteigen lassen.

Autor:

Dr. Christian Fuchs