Forecasting – Hoher Nutzen für Unternehmen bei Unterstützung durch das Controlling

Posted on Montag, 22 Oktober 2018.

Forecasting – Hoher Nutzen für Unternehmen bei Unterstützung durch das Controlling

Viele Unternehmen, die eine Planung erstellen, verwenden im Laufe des Jahres Forecasts, um besser abschätzen zu können, wo sie mit ihren Zahlen (z.B. Umsätzen oder Gewinnen) am Jahresende tatsächlich „landen“ werden.

Da sich die Bedingungen an den Märkten heute deutlich schneller verändern als früher, verlieren die eigentlichen Planzahlen meist relativ schnell an Steuerungsrelevanz für Fach- und Führungskräfte, da sich mit überholten und zunehmend ungenauer werdenden Daten nicht mehr vorhersagen lässt, wie z.B. Verkaufszahlen und Ergebnisse am Jahresende voraussichtlich ausfallen werden und was man tun kann, um gegenzusteuern.

Hochrechnung ist kein Forecast

Um dennoch zuverlässig vorhersagen zu können, wie das Ergebnis am Jahresende in etwa ausfallen wird, arbeiten immer mehr Unternehmen mit Forecasts. Grundsätzlich werden bei einem Forecast auf Basis der bisher erreichten Zahlen und des aktuellen Wissens aktualisierte (Plan-)Werte in die Zukunft fortgeschrieben. Allerdings ist der Begriff Forecast in Theorie und Praxis uneinheitlich definiert. Häufig wird er als Hochrechnung bezeichnet, was zumindest irreführend und ungenau ist. Im Unterschied zu einer einfachen Hochrechnung, die lediglich fortgeschrieben wird, werden Forecasts durch Schätzungen von für einen Sachverhalt (z.B. Umsatz oder Produktionsmengen) verantwortlichen Mitarbeitern vorgenommen. Die jeweiligen Mitarbeiter wissen meist, wie und warum sich welche Zahlen in welche Richtung verändern werden.

Ein zuverlässiger Forecast entsteht, wenn man z.B. für die Überarbeitung der Planwerte beim Umsatz Änderungen bei der Auftrags- und Kundenlage, den Preisen oder dem Wettbewerberverhalten berücksichtigt. Bei den Kosten müssen u.a. Preisentwicklungen oder dauerhafte Änderungen im Verbrauchsverhalten beachtet werden. Auch andere unterjährige Veränderungen etwa bei Produkten (z.B. mehr oder weniger Neuheiten) oder in der Politik (z.B. neue Umweltauflagen, höhere Mautgebühren) können zu veränderten Forecast-Werten führen und müssen ggf. bedacht werden. Entsprechend müssen aktiv Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen wie Vertrieb, Produktion oder Einkauf eingebunden und um ihre Einschätzungen gebeten werden. Aus diesen überarbeiten Daten und Zahlen kann das Controlling dann einen guten und verlässlichen Forecast erstellen. Wichtig ist, dass die ursprünglichen Planwerte weiter hinzugezogen und betrachtet werden, um alle Daten auch mit den ursprünglichen Referenzgrößen vergleichen zu können.

Drei Forecasts pro Jahr genügen im Normalfall

Da auch die Erstellung von Forecasts mit Arbeit verbunden ist, sollte man sich im Unternehmen darauf beschränken, während des Jahres regelmäßig nur drei Forecasts zu erstellen. Den ersten am Ende des ersten Quartals, den zweiten am Ende des zweiten Quartals und den letzten schließlich am Ende des dritten Quartals (oft Last/Latest Estimate). Dabei werden die überarbeiteten Zahlen natürlich auf die dazwischenliegenden Monate heruntergebrochen. Mehr Forecasts sollten nur in Ausnahmefällen erstellt werden – etwa, wenn sich innerhalb der Quartale Sachverhalte nachhaltig und erkennbar verändern (z.B. wenn es zu größeren Kunden- und Umsatzverlusten kommt oder Kosten und Liquidität kurzfristig durch ungeplante Investitionen erheblich belastet werden). Der Last Estimate kann dann im Idealfall schon als Grundlage für die Planung des Folgejahres verwendet werden, sodass im Unternehmen der eigentliche Planungsaufwand reduziert werden und Lerneffekte (Warum hat sich die Planung in welcher Form verändert und was können wir tun, um die Planung künftig zu verbessern und zu vereinfachen?) genutzt werden können.

© Jörgen Erichsen, Leverkusen Oktober 2018